Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.

Mahan AirAirbus A340 aus dem Iran landet an seit zehn Jahren gesperrtem Flughafen

Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Der Jemen ist seit elf Jahren ein geteiltes Land. Die Houthi-Rebellen stürmten 2014 die Hauptstadt Sanaa und vertrieben die international anerkannte Regierung. Faktisch beherrschen sie seitdem den Nordwesten des Landes inklusive der Hauptstadt Sanaa und der Rotmeerküste. Unterstützt werden sie vom Iran. Die gewählte Regierung floh nach Aden im Süden und wird seit 2015 militärisch von einer saudi-arabisch geführten Koalition unterstützt.

Von den gut 20 Flughäfen im Jemen werden aktuell nur sechs im regulären Linienverkehr genutzt. Fünf davon liegen im Herrschaftsgebiet der international anerkannten Regierung. Mit einem Anteil von rund 76 Prozent aller Flüge ist Aden der mit Abstand wichtigste des Landes. An den übrigen vier Regierungsflughäfen findet nur sporadischer Verkehr statt.

Regierung lässt Flughafen Sanaa beschiessen

Den Houthis bleibt nur der Flughafen der Hauptstadt Sanaa. Zuletzt gab es ein paar Flüge nach Jordanien und Indien. Doch damit ist es seit dem 13. Juli vorbei. Regierungstruppen haben die Start- und Landebahn zerschossen, um die Landung eines Airbus A340-300 von Mahan Air zu verhindern. An Bord des Langstreckenflugzeugs soll eine Houthi-Delegation gewesen sein, die am 9. Juli an der Beisetzung des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei teilgenommen hatte.

Vorausgegangen war ein diplomatischer Streit. Iran hatte offiziell um Erlaubnis für den Sonderflug von Teheran nach Sanaa gebeten. Die jemenitische Regierung lehnte ab und bot stattdessen an, die Houthi-Vertreter mit einem Flieger der Nationalairline Yemenia zurückzuholen. Die Houthis lehnten ab und wollten mit dem Airbus A340 von Mahan Air fliegen. Jemens Verteidigungsminister Taher al-Aqili ließ daraufhin die Landebahn in Sanaa angreifen und den gesamten zivilen Luftverkehr des Landes bis auf Weiteres einstellen.

Flughafen Hodeidah seit 2015 geschlossen

Schließlich ist der Airbus A340-300 auf dem von den Houthis kontrollierten Flughafen Hodeidah, der seit 2015 für den zivilen Luftverkehr gesperrt ist, gelandet. Er hat eine 3000 Meter lange Piste und dient den Rebellen vor allem militärischen Zwecken, weswegen er mehrfach Ziel von US-Luftschlägen war.

Offenbar ist es den Rebellen zusammen mit ihren iranischen Verbündeten dennoch gelungen, die Infrastruktur des Flughafens Hodeidah wieder instand zu setzen. Bilder in sozialen Medien zeigen zwar, dass die Landung des Airbus A340 von Mahan Air massiv Sand aufwirbelte und die Grasflächen entlang der Bahn völlig überwuchert sind. Dennoch gelang die Landung des Großraumjets offenbar problemlos.

365 Tage Luftfahrtjournalismus – fair, fundiert und unabhängig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon für den Preis eines Getränks am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-yemen

Jemen schließt nach Angriff auf Sanaa alle Flughäfen

Der letzte Airbus A320 der Nord-Fraktion von Yemenia: Nur noch Schutt und Asche.

30 Minuten nachdem der Airbus A320 landete, war er komplett zerstört

Verkehrsströme: Der Dienst Radarbox zeigt die Flugbewegungen in der Region, hier am 28. November 2024 gegen 11:20 Uhr mitteleuropäische Zeit.

Die wichtigsten Nahost-Flugrouten und ihre Risiken

Airbus A320 von Yemenia: Die Airline aus dem Yemen soll noch in diesem Quartal Konkurrenz bekommen.

Zwei neue Airlines für das Armenhaus der arabischen Welt

Video

Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die VA-1X von Vertical Aerospace: Zeigte in Farnborough, was sie kann.
Elektrische Senkrechtstarter gelten als eines der Zukunftsthemen der Luftfahrt. Auf der Farnborough Airshow demonstrierte Vertical Aerospace eindrucksvoll die Fähigkeiten seines Prototyps. Bis Passagiere regelmäßig mit Evtols fliegen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin